Mütter_Programmieren_lernen

Drei Gründe, weshalb Mütter Programmieren lernen sollten

Die Digitalisierung schreitet in Siebenmeilenstiefeln voran. Sich mit Algorithmen auseinanderzusetzen, schadet daher niemandem – vor allem Frauen mit Kindern nicht. Drei Gründe, warum das so ist:

1. Dem Karriereknick entgehen

Frauen, die eine Babypause einlegen, bekommen die fehlende Flexibilität ihrer Arbeitgeber oft in voller Breitseite zu spüren: Vorher als Leistungsträgerinnen gehandelt, tappen sie nach dem Wiedereinstieg in den Beruf oft geradewegs in die Teilzeitfalle. Nachgewiesenermaßen sinken bei reduzierter Stundenzahl die Aufstiegschancen, auch Gehaltszuwächse finden seltener statt. Besonders frustrierend ist dies, wenn die Betroffene sich jahrelang für den Beruf aufgerieben hat,  zuvor viel Energie in eine fundierte Ausbildung gesteckt hat. Demgegenüber stehen seit Jahren bundesweit gut 50.000 unbesetzte IT-Stellen in der deutschen Wirtschaft, davon 60 Prozent im Bereich Softwareentwicklung. Lassen sich diese beiden Aspekte verbinden? Ja, denn hier bietet sich eine enorme Chance für Frauen in der o.g. Situation. Noch nie war es so leicht wie heute, sich Kenntnisse in gefragten Programmiersprachen anzueignen. Dank fundierter E-Learning-Angebote können Mütter bereits in der Elternzeit erste Erfahrungen sammeln, das Lerntempo den eigenen Bedürfnissen anpassen (nicht zuletzt für Frauen ideal, die mit einem Baby nicht unbedingt einen geregelten Tagesablauf haben). Natürlich werden sie nicht sofort einen hochdotierten Job als Entwicklerin ergattern, doch die Grundlage für eine berufliche Neuorientierung ist gelegt. Ähnlich verhält es sich bei Frauen, die bereits in der IT gearbeitet haben, durch die Gründung einer Familie jedoch eine längere  Pause einlegen mussten. Auch sie können mithilfe von Online-Coding-Schulen ihr Know-how auffrischen, sich weiter qualifizieren.

2. Dem Nachwuchs relevantes Know-how vermitteln

In meinem vergangenen Blogpost bin ich auf die  Rolle von Schulen in der digitalen Bildung von Kindern und Jugendlichen eingegangen. Meine Beobachtung: Schulen werden ihrer Verantwortung in diesem Zusammenhang nicht ausreichend gerecht. Um künftige Generationen auf eine volldigitalisierte Welt vorzubereiten, muss einfach mehr passieren – es reicht nicht, ihnen im Unterricht ein Tablet in die Hand zu drücken. Da sich dieser Zustand nicht von heute auf morgen ändern wird, müssen Eltern diese (Bildungs)Lücke füllen, vor allem Mütter, die in vielen Fällen immer noch die präsenteste Bezugsperson ihrer Kinder sind. Der Markt ist voll von spannenden Produkten, Lernprogrammen, Initiativen und Online-Plattformen, die dabei helfen, Kindern und Jugendlichen die Grundlagen im Programmieren zu vermitteln. Eine gute Übersicht hat App Camps-Mitgründer Philipp Knodel hier zusammengestellt.

3. Kreativität ausleben

Unabhängig von Beruf oder Bildung gibt es noch einen dritten Grund, sich mit den Grundlagen des Programmierens auseinanderzusetzen, und dieser hat mit der kreativen Ader zu tun, die in fast jedem von uns steckt. Ein Bild malen? Eine Vase Töpfern? Ein Perlenarmband weben? DIY wird bei Familien besonders groß geschrieben. Programmieren ist im Grunde nichts anderes: Am Anfang steht eine Idee, mithilfe der nötigen Tools und deren korrekter Anwendung kommt am Ende ein vorzeigbares Produkt heraus. Viele Wege (oder Algorithmen) führen nach Rom. Entscheidend ist – wie beim „klassischen“ Basteln – der Spaßfaktor. Daher ist es wichtig, sich altersgerechte Projekte vorzunehmen. Das kann für die Jüngeren eine animierte Geschichte mit ScratchJr sein, ebenso lässt sich ein Legohaus mit sog. Light Stax illuminieren. Mit Älteren kann der Bau eines Lego Smarthome schnell zu einem Tagesprojekt werden. Wer sich gerne mit Robotik beschäftigt ist mit den Tinkerbots-Baukästen oder dem Dash Roboter bestens bedient. Lego hat jüngst angekündigt, mit Lego Boost ebenfalls einen Roboter-Baukasten auf den Markt zu bringen. 

Artikelbild: #WOCinTech Chat

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